Ortsverein Schirnding


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Schirnding erhält neues Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF)

Feuerwehrexperte Udo Müller erläutert Brandschutzkonzept der Marktgemeinde SCHIRNDING – Der Bürgermeister hatte eingeladen und viele Interessierte Bürger waren ins FC-Heim gekommen, um die neuesten Planungen der Wehr zu hören. Eingangs des Abends stellte Feuerwehrreferent Udo Müller die Frage: „Wie viel Sicherheit sind uns die Einwohner von Schirnding wert?“. Ziel eines Brandschutzkonzeptes ist es, in Not geratene Mitbürger größtmöglichst zu helfen, so Müller und das Konzept den neuesten Gegebenheiten anzupassen. Dabei ist die Demografie im nördlichen Bayern eine entscheidende Rolle. Bei all diesen Szenarien, die Müller darstellte, spielt auch Infrastruktur von Schirnding eine entscheidende Rolle. Das Problem in der Grenzgemeinde ist, dass die Wehr nach 10 Minuten am Brandort sein sollte, das ist hier in Schirnding mit seinen Ortsteilen fast nicht zu schaffen. Hier wurde, nach den Worten Müllers, in Seedorf ein Löschanhänger stationiert, um einen ersten Löschangriff zu starten. Beachtliche Zahlenwerte offenbarte der Referent bei der Verkehrsinfrastruktur: Die Wehr hat sieben Kilometer Bundesstraßen, 10 Kilometer Staatsstraßen, 15 km Ortsverbindungsstraßen, zwei Kilometer Fernverkehrsschienenwege im Ortsgebiet und vier Kilometer Schienenverkehrswege außerhalb zu betreuen. Dazu kommen noch ca. 6 km Wasserläufe und ein Bahnhof, der in ihrer Obhut liegt. „Ein beachtliches Zahlenwerk für eine relativ kleine Feuerwehr“! Dazu kommen noch die ca. 400 Gefahrguttransporte, die über die Grenze kommen. Nach Müllers Meinung wäre es dringend erforderlich, hier die bestehende Straße vierspurig auszubauen, um das Gefahrenpotential zu minimieren. Eine durchgeführte Bestandsanalyse aller Gebäude in Schirnding zeigte erschreckend, dass mittels dem vorhandenen Rettungsgeräten es sehr schwierig oder oftmals nicht möglich ist, hier helfend einzugreifen und Personen wirksam zu schützen, erläuterte Udo Müller. „Mir ist sehr wohl bewusst, dass die Anschaffung eines Hubrettungsfahrzeuges für die Gemeinde ein nicht schulterbarer finanzieller Aufwand wäre (600.000 Euro)“. In diesem Zusammenhang listete er alle in Frage kommenden Objekte auf, auf die ein besonderes Augenmerk der Wehr zu richten sei. Auch das zu Schirnding zählende 10 Quadratkilometer große zusammenhängende Waldgebiet rückt immer mehr in den Fokus der Wehr. Die extremen Hitzewellen in der jüngsten Zeit waren mit verantwortlich, dass die Wehr 14 Brandeinsätze nur in Waldgebieten leisten musste. Die Einsätze der Floriansjünger werden in nächster Zeit noch viel problematischer. Für den Feuerwehrreferenten stellen die neuen Materialien in den Niedrigenergiehäusern, die Kunst- und Dämmstoffe und Versiegelungen ein weiteres hohes Gefahrengut dar, das durch die Photovoltaikanlagen auf den Dächern noch verstärkt wird. Darauf müssen sich die Wehren umstellen. Der sich abzeichnende Demografiewechsel und die daraus resultierende schwindende Personalstärke der Wehren ist nicht zu übersehen. „Wir haben in Schirnding immer noch 32 Einsatzkräfte mit 13 Atemschutzgeräteträgern und der Trend bei der Jugend geht leicht nach oben“, freute sich Udo Müller. Um eine hohe Einsatzbereitschaft zu ermöglichen, waren im letzten Jahr 2.200 Ausbildungsstunden zu absolvieren. Dies wird immer schwieriger, da viele Wehrmänner auswärts arbeiten, sodass hier oftmals eine Pflichtfeuerwehr nötig wäre, die aber nicht zu bezahlen wäre. Zum Ende seiner interessanten Ausführungen verkündete Müller, dass die Schirndinger Wehr in den vergangenen Wochen ein neues Hilfeleistungslöschfahrzeug bestellt hat, das bis Ende Mai/Juni ausgeliefert sein wird. Hinzu kommen noch die hohen Kosten für die Umstellung des Digitalfunkverkehrs, der mit 80% bezuschusst wird, aber dennoch Kosten von über 10.000 Euro verschlingen wird. Gegen den Mitgliederschwund ist nur die Zusammenarbeit mit der BRK-Kolonne anzustreben, die auch gut funktioniert. Durch die Insolvenz in der Porzellanfabrik müssen die Rotkreuzler aus ihren Gebäuden und suchen dringend ein neues Heim. Vorerst fanden sie, so Müller, bei der Wehr einen Unterschlupf. Eine angeregte Diskussion schloss sich an. Text und Foto: Manfred Häcker

 

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